Florida, 25.05.02 bis 02.06.02

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Einleitung

Ich bin also wieder da. Tada. So weit weg war ich noch nie. Wunder geschehen. Florida gesehen. Cool war es, auf der einen Seite. Hmmm war es auch, auf der anderen. Ich sitze nun hier, die Nacht ist schon lange richtig dunkel, und schreibe diese Einleitung. Die Einleitung zu meinem Mega-Mega-Reisebericht. Und ich frage mich, wie ich die touristischen Nicht-so-wild-Erlebnisse der letzten Tage in einen Rahmen packen soll, der sich halbwegs packend liest. Denn packend war es eigentlich nicht. Es war interessant, keine Frage. Aber packend? So richtig geil? So megamäßig nervenzerfetzend spannend, dass dem Leser die Luft vor Spannung wegbleibt? Nein. Aber hey, es ist ein Geführte-Rundreise-Reisebericht, kein Ein-Mann-Tour-durch-Dschungel-mit-bösen-Tieren-und-wilden-Tarzans-Reisebericht. Habt also Nachsicht, ich tue mein bestes.

Wenn ich das Wort Reisebericht lese, dann denke ich: Uuhh. Ich kann es keinem verübeln, ebenfalls Uuhh zu denken, denn in so vielen Reiseberichten steht so viel Uuhh-Zeug drin, dass einem ganz Uuhh wird beim Lesen. Reisen ist schön, aber darüber zu lesen... hmm. Ihr müsst das nicht mitmachen. Ihr könnt jetzt noch umkehren, euch anders entscheiden. Wenn ihr schon Ami-fit seid, euch also mit der Ami-Welt auskennt und schon mal in Florida wart: Kein Problem, Goodbye. Wenn nicht: Ihr könnts ja mal versuchen. Nichts wird euch hier fressen, nicht mal ein Alligator. Alligatoren sind übrigens wirklich cool, nicht nur so pseudocool wie die meisten zweibeinigen Alligatoren, die überall auf der Welt herumlaufen. Warum? Das steht hier drin. Also lesen.

Reiseberichte haben oft die Tendenz, an der Oberfläche zu kratzen. Empfindungen, Stimmungen, Umgebungen, kleine prägende Erlebnisse: Alle werden nicht erzählt. Nur die Struktur kommt hindurch, die Details werden verschluckt. Das ist schade, sehr schade. Denn die Oberfläche, die meist garniert wird mit kleinen Runzelfotos, auf denen man kaum etwas erkennt, kann man auch im Reiseführer nachlesen. Ich werde teilweise sehr stark auf Details eingehen, deshalb wird dieser Bericht auch ewig lange sein. Von den 350 Bildern, die ich gemacht habe während dieser acht Tage, haben es ungefähr 100 in diesen Bericht geschafft. Es sind keine Runzelfotos, sondern gerade groß genug, um alles zu erkennen, und klein genug, um schnell geladen zu werden.

Also, die Antwort auf eure erste Frage, die lautet Warum schreibt der sich schon in der Einleitung die Finger wund, der war doch nur ein paar Tage weg? lautet: Ich war zwar nur ein paar Tage weg, aber ich war so lange nicht mehr weg, dass diese wenigen Tage so etwas waren wie ein die-letzten-sieben-Jahre-Urlaub-Aufhol-Urlaub. Und überhaupt waren diese Tage fast 8000 km entfernt, das ist Rekord. Mein bisheriger lag bei Rumänien. Florida ist anders als Rumänien, und es war Urlaub, keine Geschäftsreise.

Nun komme ich endlich zum Ende der Einleitung und zum Beginn der Reise. Wenn ihr noch da seid, dann überlebt ihr auch den Rest. Wenn nicht, habt ihr vielleicht etwas verpasst. Ihr werdet weder Ronald kennen lernen, noch wissen, warum am Raumbahnhof nichts in die Luft, dafür aber alles ins Wasser fiel. Es ist eure Entscheidung. Jetzt bitte treffen. Bip, bip, bip, beeep. Die Zeit ist aus, we're ready to go.

Okido, nehmt euch genügend Zeit, let's fly to the Sunshine State!

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