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Dienstag, 20. Juli 2010

Ha Noi

Geschrieben von Jens in Vietnam 2010 um 15:27
Streifenhäuschen
Streifenhäuschen
Heute Morgen um kurz vor Sieben sind wir nach einem elfstündigen Flug in Hanoi angekommen. Nach dem Geldwechseln hatten wir mal eben 2,5 Millionen Dong in der Tasche (24000 Dong sind 1 Euro). Corinna ist mir nicht weg gelaufen. Wir verstehen uns sogar ganz prächtig, auch wenn ihre Laufwege in der Stadt deutlich mehr auf Shopping ausgerichtet sind als meine.

Es gibt drei Dinge in Hanoi, die jeder Besucher gleich in den ersten Stunden erfährt.

Nervige Fahrradtaxis
Nervige Fahrradtaxis
1. Viele Leute sind extrem freundlich: Im Hotel wäre unser Raum erst ab 12 Uhr frei gewesen. Deshalb bekamen wir zunächst kostenlose Hühnersuppe und Erfrischungsgetränke und wurden dann an ein anderes Hotel der gleichen Kette umgeleitet. Hier hätte der Raum zwar 30 Dollar gekostet, aber wir mussten trotzdem nur die 18 Dollar bezahlen, die auch der erste gekostet hätte. Die Hotel-Mitarbeiterin bezahlte uns sogar den Taxifahrer. Als wir ankamen, schienen 3-4 Hotelarbeiter extrem glücklich zu sein, mal wieder was tun zu dürfen. Dabei immer fröhlich grinsend und nette Worte von sich gebend.

Laternen
Laternen
2. Viele Leute sind extrem nervig: Auf den Straßen kommt man als Tourist keine fünf Meter weit, bis man von irgend jemandem zu irgend etwas aufgefordert wird. "Where are you going?" - Rollerfahrer, meist Jugendliche, die gern jemanden hinten drauf mitnehmen. Ältere Männer auf ihren Fahrradtaxis, die an jeder Ecke lungern oder mitten auf der Straße nach einem winken. Die Ladenbesitzer, die ihre Waren anpreisen. Frauen mit Früchten und Süßigkeiten, die plötzlich vor einem auftauchen. Und selbst wenn man glaubt, alle abgeschüttelt zu haben, steht plötzlich ein kleiner Bauchladenverkäufer vor einem und lässt sich auch nach viermal "No, thank you" nicht davon abbringen, einem seine Feuerzeuge und Brieftaschen vorzuführen.

Der Schwarm bereit zum Angriff
Der Schwarm bereit zum Angiff
3. Der Verkehr ist ein Wunder für sich: Ich stand minutenlang fasziniert an einer großen Kreuzung und beobachtete, wie... NICHTS passierte. Die Mopedfahrer kamen aus allen Richtungen, dazwischen vereinzelte Autos, wie Fremdkörper wirkend in diesem verrückten Gewimmel. Die einzelnen Gefährte sammeln sich zu Schwärmen, werden langsamer, selten halten sie, dann kommt ein anderer Schwarm vorbei, und schwupps, geht es weiter. Es funktioniert. Ich habe keinen Unfall beobachtet. Obwohl Vietnam die höchste Verkehrstotenrate der Welt hat, bleibt es dennoch ein Wunder. Und das ist nicht nur auf den Hauptkreuzungen so, sondern überall, auch in den kleinsten Gässchen. Sobald ein Weg breit genug für ein Moped ist, fährt auch mindestens eines durch.



Lastentransport traditionell
Lastentransport traditionell
Es gibt Zebrastreifen in Hanoi. Einen Sinn haben sie nicht. Die Straße zu überqueren ist einfach, wenn man weiß, wie man sich verhalten muss. Wichtigste Regel: Keine hektischen Bewegungen. Laaangsam über die Straße gehen und den Rollerfahrern dabei in die Augen schauen. Nicht abrupt anhalten, die Fahrer tun es auch nicht. So gehen, dass man eingeschätzt werden kann. Es funktioniert tatsächlich. Das erste Mal hatten wir Todesangst. Beim zehnten Mal ist man routiniert. Irgendwie fließt der Verkehr um einen herum. Wer braucht da schon Fußgängerampeln?


Lastentransport modern
Lastentransport modern
Wir sind nicht weit gekommen in dieser Stadt. Wir waren auch viel zu müde, um heute groß etwas zu unternehmen. Ein Bummel durchs alte Viertel, immer aufpassend, dass man nicht überfahren wird. Ständiges Hupen und Rufen, keiner weiß mehr, wer überhaupt gemeint ist. Zehn Schuhläden, die alle die gleichen Plastikimitate von Reebok und Puma verkaufen. Aber: Tolles Essen für 2 Euro!

Morgen machen wir eine Tagestour ins Umland. Viel werden wir von Hanoi nicht mehr sehen. Wir sind froh, aus diesem nervigen Getümmel bald wieder raus zu sein.

Marktweiber
Marktweiber


Getrockneter Fisch auf dem Markt
Getrockneter Fisch auf dem Markt


Der Döner hats auch bis Vietnam geschafft
Der Döner hats auch bis Vietnam geschafft


Kleiner See beim alten Viertel
Kleiner See beim alten Viertel

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Na dann sind wir doch mal froh das du / ihr gut angekommen seid. Wie immer alles richtig interessant zu lesen. Wir freuen uns schon auf deinen nächsten Bericht. Meike wollte nicht das ich das schreibe, aber wo ist das Foto deiner Reisebegleitung? Und keine faulen Ausreden mein Freund, wie ich sehen kann funktioniert deine Kamera ja...

Gruss aus Lörrach,
Oli und Meike
#1 Oliver und Meike am 20.07.2010 18:49 (Antwort)
Da würd ich auf keinen Fall Auto fahren. Ich frag mich, wie die ihre Fahrerlaubnis machen. Gibts da sowas überhaupt?
#2 Puppe am 20.07.2010 23:04 (Antwort)
Ich kann Rollerfahrer in Deutschland schon auf den Tod nicht leiden, da unten würde ich mir nach fünf Minuten eine voll geladene Kalaschnikow wünschen... ;-)
#3 Michael Kleerbaum am 25.07.2010 11:21 (Antwort)
Happy Birthday von uns für dich auch wenn du grad in der Wildnis unterwegs bist. Wir lesen deine Berichte neuerdings in der Mittagspause und vernachlässigen unseren Gerüchteaustausch am Mittagstisch ;-)
Genieß die Tage und laß von dir hören,
viele liebe Grüße von den beiden Wetzel-Steffi´s
#4 Steffi&Steffi am 25.07.2010 17:56 (Antwort)

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