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Sonntag, 17. Juni 2007

Bye, bye, Busan

Geschrieben von Jens in Korea 2007 um 14:10
Beomeosa-Tempel
Ich bin ja echt kein Stadtmensch. Und deshalb werde ich morgen auch schon wieder von hier abzischen und nach Gyeoungju fahren, dem Gebiet mit den bekanntesten Sehenswuerdigkeiten des Landes. Etwas sehen wollte ich dann aber doch noch, denn im Motel zu bleiben waere keine gute Idee gewesen. Als ich um 4 Uhr aufwachte, waren meine beiden Arme von Schnaken zerstochen, und ich hatte alle Haende voll zu tun, sie alle zu toeten. Sind immerhin die gleichen Viecher wie bei uns. Ich bin auch froh, wenn ich aus dem Raum wieder raus bin, denn er ist ziemlich alt und auch nicht wirklich sauber (bzw. gar nicht mehr sauber zu kriegen). Aber das Bett ist okay, und darauf kommts ja an.

Tempel oberhalb von Beomeosa
Heute Morgen brach ich trotz des eher schlechten Wetters auf zum Beomeosa-Tempel, der gleichzeitig Startpunkt ist fuer Wanderungen ueber den Berg. Wenn ich das schon vorher gewusst haette, dann haette ich mal meine Wanderschuhe, die ich extra mitgeschleppt habe, ausprobieren koennen. Aber Jens vergisst sie natuerlich im Zimmer. Grmbl. Von daher sah ich mir den sehr schoenen Tempel an und ging etwa eine Stunde den steilen, steinigen Pfad durch den Wald hinauf, den zahlreichen koreanischen Wanderern folgend, die - sollte es mal eine Wander-Weltmeisterschaft geben - sicher einen der ersten Plaetze erhaschen wuerden. Ich fands ziemlich anstrengend, da hoch zu steigen.
Busse fuer die Wandermassen
Aber die Koreaner kannten keine Gnade und schleppten sogar die kleinsten Kinder mit nach oben. Danach taten mir meine Fuesse weh und ich machte mich wieder auf den Weg zum Zentrum.

Dungsan = Wandern - des Koreaners liebste Freizeitbeschaeftigung
Ein paar Dinge, die mir aufgefallen sind: In der U-Bahn gibt es pro Wagen je 6 Plaetze vorne und hinten, die fuer Alte und Kranke reserviert sind. Und ab und zu konnte ich beobachten, wie ein juengerer fuer einen aelteren aufgestanden war. Dies passierte in Seoul allerdings deutlich haeufiger als hier in Busan. Handys haben hier alle. Und damit meine ich nicht nur "alle" wie bei uns, sondern wirklich alle, also auch die allerjuengsten und die aeltesten. Es ist schon witzig, wenn ein 80jaehriger sein supermodernes Handy, das er um den Hals haengen hatte, hervorkramt, und damit mit zittrigen Haenden telefoniert. Und dann ist mir noch eine Eigenartigkeit aufgefallen, die vermutlich oder hoffentlich eine aussterbende Eigenheit ist, die - wie ich mal gelesen habe - in China noch viel haeufiger vorkommt: Die Leute spucken auf den Boden. Und nicht nur mal so nebenbei, wie man einen Kaugummi ausspuckt. Nein, sie ziehen mit einem gewaltigen Roecheln den Speichel hoch und spucken diesen dann mit voller Wucht aus. Beobachten konnte ich das bisher allerdings nur bei aelteren Personen, hauptsaechlich Maennern um die 50-60. Einmal hats auch eine alte Oma getan. Lustig ausgesehen hat das allemal. In der U-Bahn sah ich dann mal wieder Sitztoiletten. Ohne Klopapier. Zwar sind die Toiletten im ganzen Land umsonst, und meistens gibts auch Papier, aber an dieser einen U-Bahn-Station gab es stattdessen Klopapier-Automaten.

Lautstarker Verkaeufer in U-Bahn-Station
Im riesigen, 10-stoeckigen Lotte-Shopping-Center in Seomyeoung ging ich dann, aeh... shoppen. Haette ich zumindest koennen. Dieser Laden scheint mir der Luxus-Shoppingtempel der Stadt zu sein. Und der kann es sich offenbar leisten, an wirklich jede Verkaufsbox einen Verkaeufer hinzustellen. Bei den Waschmaschinen kam glaub ich auf jede Maschine ein Verkaeufer. Fuer die Socken war jemand anderes zustaendig als fuer die Regenschirme. Verrueckt. Im zehnten Stock ist das Lotte-Kino. Lotte ist im uebrigen eines der groessten Unternehmen in Suedkorea und betreibt zahlreiche Maerkte, Vergnuegungsparks und vieles andere. Ueberhaupt sind die "Riesen" hier Samsung, Daewoo, Kia, Hyundai, die allesamt nicht nur das machen, fuer das wir sie kennen. Wusstet ihr, dass Samsung Haeuser und Schiffe und sogar Autos baut? Die haben eine Verbindung mit Renault. Die "Mercedes" auf den Strassen sind alle Samsung-Renault-Wagen, die es bei uns gar nicht gibt.

Im Kino. Gut, wenn man die Schrift lesen kann.
Aber zurueck zum Kino. Ich wollte mir Shrek 3 ansehen, und da die Filme in koreanischen Kinos im Original mit Untertiteln laufen, war das auch kein Problem. An der Kinokasse musste ich zunaechst ein Nuemmerchen ziehen, wie bei uns auf dem Arbeitsamt. Das muss man hier im uebrigen in fast jedem Dienstleistungsbereich, z.B. auch in einer Bank. Die Kommunikation mit dem Maedel an der Kasse war dann leicht schwierig, obwohl ich dachte, die Uhrzeit richtig auf Koreanisch gesagt zu haben - ich hatte sie auch nochmal zur Sicherheit auf Englisch wiederholt. Aber irgendwie hatte ich dann pleotzlich ein Ticket auf 18:30 statt auf 15:50.

Haeundae-Strand
Egal, ich hatte ja nichts anderes vor. Um den Tag abzurunden, das Wetter besserte sich ein wenig, fuhr ich zum Haeundae-Strand, dem bekanntesten Strand in Suedkorea. Aber weder der Reisefuehrer noch ich koennen verstehen, warum. Er ist nicht besonders schoen, und - wie es im Buch steht - ein "huebscher Platz fuer Familien und 500.000 deiner engsten Freunde". So viele waren es dann zwar noch nicht, aber im August, wenn man auch baden kann, soll es dort so eng sein, dass man sich kaum bewegen kann. Toll!
Der bekannteste Strand Suedkoreas. Warum bloss?
Immerhin gabs ein paar schoene Frauen, die ich mir anschauen konnte, auch wenn sie im Bikini sicher noch huebscher gewesen waeren.

Heute wurde ich nirgends besonders angesehen noch angesprochen. Die Busaner sind die Fremden offenbar gewohnt. Ich fuehle mich heute etwas alleine, aber ich denke, dass sich dies morgen wieder bessern wird. Hoffentlich verfolgt mich das schlechte Wetter nicht weiter in den Norden - denn irgendwie ist grauer Himmel deprimierend. Shrek 3 war ganz okay, denn wie das oft so ist, war der erste Teil der beste, und ab da gehts dann bergab. Trotzdem schoene und witzige Unterhaltung. Werbung gabs in diesem Kino fast keine, und die Koreaner rannten wie bei uns gleich bei Beginn des Abspanns aus dem Kino. Von daher alles dasselbe :-). Aber warum zum Henker haben die bei Shrek dieses Mal die letzte Szene nach dem Abspann weggelassen?
Kommentare (4)
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Kommentare
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Ciao Jens,

das mit dem "Spucken" habe ich live in China erlebt... leider machen das dort nicht du die alteren Leute und nicht nur Männer sondern auch Frauen...;o) schon komisch...und wiederlich. Und das mit den Handy's scheint in ganz Asien der Fall zu sein.

Muss schon sagen, die Stadt Busan ist sehr schön, hätte nicht gedacht dass es in Südkorea wirklich solch wunderschöne Plätzchen gibt...
Wirklich tolle Bilder Jens - man bekommt richtig fernweh... also ich zumindest...*heul*

Bis auf dein nächsten Eintrag -Viel spass
Gruss
Cri
#1 Cri am 17.06.2007 15:38 (Antwort)
Hi Jens

Ich benutze mal die Worte von Cristina.
Wirklich tolle und schöne Bilder.

Die Spuckerrei gibt es auch bei uns. Allerdings von der anderen Altersklasse (12 - 16) auch von beiden Geschlechtern. Schon ne üble Sache.

Das macht richtig Lust auf apetitliche Wanderwege ;-)

Gruss,
Oli
#2 Svoob am 18.06.2007 13:36 (Antwort)
Hi Jens,

habe gerade heute die Homepage als Adresse von Oli bekommen zum lesen.
Lustig ist, dass ich selbst schon 2 mal in Seoul und einmal in Busan war. Allerdings habe ich bei weitem nicht so viel dazu zu sagen wie Du.

Klasse Reisebericht und spannend zu lesen.

Wünsche dir noch viel tolle Erfahrungen und einen schönen Aufenthalt!

Gruss

Axel
#3 Axel Erbrich am 18.06.2007 15:03 (Antwort)
mennöö will auch an so nem schönen strand sein und schönes wetter haben... heul bei uns war heut nur wieder bissel hagel;) sonst abwechselnd Sonne und Regen...auch toll;) machst das klasse weiter so, bis BALD
grüsse aus deutschland!!!
die kathi
#4 kathi multner :-) am 18.06.2007 21:05 (Antwort)

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