Reisbrei zum Frühstück

 |

skytrek.de

Kalender

« Februar '12
Mo Di Mi Do Fr Sa So
    1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29        

Kategorien

  • XML Korea 2007
  • XML Malaysia 2009
  • XML Spanien 2009
  • XML Tansania 2011
  • XML Vietnam 2010
  • XML Wanderungen 2011

Alle Kategorien

Verwaltung des Blogs

Login

Zufallsbild

Einträge in dieser Kategorie

Freitag, 8. Juni 2007

Reisbrei zum Frühstück

Geschrieben von Jens in Korea 2007 um 14:34
Auf der Hinfahrt im ICE erfuhr ich über Umwege (gott sei Dank hatte ich das Handy nicht abgeschaltet, was ich mir eigentlich noch überlegt hatte, da ich es ab Paris ja eh nicht mehr nutzen konnte...), dass mein Air France Flug nach Paris 2 Stunden vorher einfach so gecancelt wurde. Was daraufhin folgte, war eine schweißtreibende Odyssee mit rund 18 Kilo Gepäck, weil der Lufthansa-Flug, auf den ich umgebucht wurde, eine ganze Stunde früher flog. Ich habs gerade noch geschafft.

Korean Air ab Paris im Regen
Was war ich froh, als ich in diesem Flugzeug saß, und später dann unter einer Herde Koreaner in einer Korean Air Maschine nach Seoul. Der Flug war ganz in Ordnung, mit knapp 11 Stunden schon sehr lange. Immerhin gabs in jedem Sitz Videomonitore mit Filmen, Musik und Spielen. Aber irgendwie war ich nicht ganz fit, hatte leichte Kopfschmerzen, dazu ein paar Nervositätserscheinungen, und außerdem war die Qualität von dem Monitor und vor allem der Sound mit dem lauten Dröhnen im Hintergrund für einen Film zu schlecht (ja, ich bin verwöhnt und warte auf die DVDs). Die Konversation mit meinem koreanischen Banknachbar beschränkte sich auf "Sorry" und "Thank you". Schlafen konnte ich nicht, weil ich nie wusste, wohin mit meinen Beinen und mit meinem Kopf. Und dann ging die "Nacht" in diesem Flugzeug auch noch knapp 7 Stunden!

Incheon
Wie dem auch sei, ich habs irgendwie überlebt und nach dem langen Ritt in Incheon gelandet. Kurz vor der Landung wurde ich nochmal nervös, aber das legte sich dann auch, als die Einreise absolut problemlos war (wenn da Engländer am Zoll gesessen hätten, dann wären die über meine "kein"-Angabe für "Adresse im Zielort" auf dem Immigration-Formular sicher nicht so einfach hinweg gegangen wie der wortlose Koreaner, der bei den Deutschen sichtbar schneller seinen Stempel reindrückte als bei Amerikanern). Am Ausgang stand ein koreanisches Mädel (unter vielen), die allerdings ein Schild mit meinem Namen hielt. Hye-Suk hatte die Frau ihres Bruders geschickt, um mich abzuholen. Geldwechsel und Handy-Leihen klappten auch super. Nur das mit dem Koreanisch sprechen... hach ja, ich werde üben. Das Mädel hat kaum Englisch gekonnt, deshalb ist unsere Fahrt leicht wortlos bzw. (wenn da Worte waren) kommunikations-chaotisch verlaufen.

Auf der Fahrt durch Incheon habe ich keinen einzigen Nicht-Koreaner am Straßenrand gesehen. Die gehen eben alle nach Seoul.

Hier wohne ich gerade
Das Wiedersehen mit Hye-Suk war schön, aber mehr reden tut sie immer noch nicht. Ich glaube, sie war viel nervöser als ich vor unserem Treffen, genau so, als abends ihre Eltern nach Hause kamen. Ich hab mich mal tief vor dem Papa verbeugt, der aber gleich zu mir kam und mir die Hand gab. Mama hat sich auch vor mir verbeugt und wollte mir gleich Tintenfisch zum Essen anbieten. Ich hatte aber einen guten Grund zur Ablehnung, denn zum Glück hatte ich mit Hye-Suk schon was gegessen (In Seetang gehüllte Reisröllchen mit Kimchi, extra Reis und Kimchi, eine Suppe mit Fleisch, Tofu, Nudeln, Muscheln, Pilzen, die überraschend gut war, einer anderen Suppe aus Bohnen, und noch ein paar kleineren Beilagen -- es war ganz gut, aber ich hatte keinen Hunger mehr, weil es im Flugzeug um 13 Uhr koreanisches Frühstück gab: Reisbrei).

Hye-Suk macht auf
Hye-Suks Eltern scheinen mich ganz okay zu finden. Sie haben immerhin schon gesagt, dass ich trotz gleichen Alters reifer wirke als Hye-Suks großer Bruder (der sein Leben durch eine ungewollte Schwangerschaft der Frau, die mich abgeholt hat, etwas aus dem Lot gerückt hatte). Und dass ich so unschuldig und nett aussehe, weil ich auf dem Land im Grünen fernab der bösen großen Stadt aufgewachsen sei. Hach ja, die wollen halt nett sein.

und hier schlafe ich... oder versuche es
Ich könnte noch viel erzählen. Hier ist tatsächlich alles so, wie ich es aus Filmen kenne. Die Familie hockt hier tatsächlich auf den Böden rum. Kommen heim und setzen sich hin, wo Platz ist. Wenn geschlafen werden soll, holt man die Decke aus dem Schrank. Wenn gegessen werden soll, holt man den 20 Zentimeter hohen Tisch hervor. Da die Wohnung nicht sehr groß ist, ist das bei den Koreanern eine traditionelle und zugleich platz sparende Angelegenheit. Witzigerweise sitzen die beiden Eltern beim Fernsehen auf dem Boden, obwohl eine Ledercouch da stünde...

Und als wir ein wenig durch die Straßen liefen, habe ich mich tatsächlich fremd gefühlt. Manche Leute sahen mich an, was ganz cool ist, denn in Deutschland guckt mich ja keiner mehr an, weil ich dort nichts außergewöhnliches bin.

Müde bin ich gar nicht groß geworden, obwohl ich im Flugzeug kaum schlafen konnte. Jetzt lege ich mich eben auf meine Matte und hoffe, dass ich schlafen kann. Morgen gehts nach Seoul, da sollte ich dann doch fit sein :-)

Ich wünsch euch was!
Kommentare (4)
< Ab nach Korea! | Stolze Koreaner & Tische mit Kamin >

Trackbacks
Trackback-URL für diesen Eintrag

Keine Trackbacks

Kommentare
Ansicht der Kommentare: (Linear | Verschachtelt)

Solli Jens.

Hehe, erster.
Hört sich ziemlich spannend an.
Ich frage mich allerdings in welchem Zimmer du schläfst ;-)
Irgendwie packt mich jetzt grade das Fieber auch mal nach Süd-Korea zu reisen. Du Glückspilz.

Lass es dir weiterhin gutgehen und genieße die Zeit.
Lass dir auch dieses "Kimchi" Zeugs da schmecken oder wie auch immer man das nennt.

Bin schon auf deinen nächsten Bericht gespannt.

Gruss aus dem Großraumbüro um 17:30 Uhr Ortszeit,
Svoob
#1 Svoob am 08.06.2007 17:31 (Antwort)
Also, ich würde zwangsweise mehrere Kilo abnehmen. Ich hoffe, es gibt dort auch richtiges Essen! :-)
#2 Michael Kleerbaum am 09.06.2007 11:49 (Antwort)
Na, ich finde, dass die koreanische Küche ziemlich nette Dinge zu bieten hat: http://en.wikipedia.org/wiki/Korean_cuisine

An den tatsächlichen Geschmack muss man sich wohl von klein auf gewöhnen, aber fermentierte Speisen gehören ungefähr zum gesündesten, das man zu sich nehmen kann -- auf diese Weise werden sogar Nahrungsmittel, auf deren Verdauung der Mensch evolutionär betrachtet nicht eingerichtet ist, einigermaßen genießbar, etwa Kuhmilch, Getreide und Hülsenfrüchte (z.B. Soja). Auch die Fleischgerichte sehen ganz gut aus. Blöd nur, dass auch Korea derart überbevölkert ist, dass wirklich gesundes Fleisch Mangelware und die Meere leer gefischt sein dürften. Hmm, habe ich gerade die Saat für Food-Flames gesät? Daher: Just my two cents. Jeder Mensch is(s)t anders.

Ach, und Jens: Wenn man sowieso immer auf dem Teppichboden schläft, macht einen der Wechsel auf die Matten oder etwa in ein Zelt ohne Luftmatratze nichts aus. Das empfinde ich als befreiend, weil man sich so daran gewöhnt, unter jedweden Bedingungen schlafen zu können. Deshalb finde ich es super, wenn in Korea viel auf dem Boden gelebt wird, weil sich so der Rücken häufiger entspannen kann. Und wenn einem etwas aus der Hand fällt, muss man sich nicht mal bücken.

Die Couch könnte eine neumodische und bloß vorübergehende kulturelle Episode darstellen, die sich noch nicht tief verbreitet hat. Vielleicht gilt es bloß als westlich und daher schick, hoch oben auf den Polstern zu thronen?
#2.1 Michael Kun am 10.06.2007 00:04 (Antwort)
Meine Maxime ist: Ich esse nichts tierisches was mehr wie vier und weniger als zwei Beine hatte und/oder aus dem Wasser kam. :-)
#2.1.1 Michael Kleerbaum am 10.06.2007 11:33 (Antwort)

Kommentar schreiben

Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

 
 
 
Powered by Serendipity | Template by Perun