20 Tage, 05.-24.10.2006
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Sonntag, 22. Oktober

An diesem Morgen verschliefen wir extrem. Mit Mühe und Not schafften wir es, unsere Zimmer bis um genau 12 Uhr zu räumen (aber nur, weil sie so lange für ihre Haare gebraucht hatte). Eine Minute später standen wir an der Rezeption und gaben den Schlüssel ab. Der Franzose dahinter war ein anderer als am Tag zuvor. Und weit weit weniger freundlich. Er blieb zunächst, schrieb etwas in sein Buch, und sagte dann nur "Twelve". Ich wusste nicht, was er von mir wollte, auch nachdem er es noch einmal wiederholt hatte. Zwölf? Ja, es war gerade zwölf, und wir hatten rechtzeitig ausgecheckt. Wo lag also das Problem? "Twelve Euro", sagte der Typ. Ich war total verwirrt, weil wir ja unsere Zimmer im anderen Hotel bereits bezahlt hatten - und das andere Hotel dieses Zimmer für uns gebucht hatte. "For breakfast", meinte er dann noch. Ach so. Ja super. Auch das hatten wir bereits bezahlt. Das andere Hotel hatte aber vergessen, dies bei der Buchung mit anzugeben.

Wir bemühten uns, dem Mann dies klar zu machen. Der saß aber nur schweigend da, es schien ihn gar nicht zu interessieren, er wollte nur seine zwölf Euro sehen. Ich sagte ihm, er solle das andere Hotel anrufen und das mit denen klären. Tat er nicht. Zwar dachte etwas in mir, dass es ja nur zwölf Euro waren und ich diese einfach bezahlen sollte, um weiteren Ärger zu vermeiden, aber andererseits hatte ich schon mal eine Kaution liegen gelassen. Und Hye-Suk war nicht zur Kapitulation bereit. Sie begann tatsächlich, in der Öffentlichkeit laut mit dem Hotelier zu reden. Heieiei. Kam da jetzt endlich mal ihr Jura-Studium hoch?

Da ich keine Telefonnummer des anderen Hotels hatte, wartete Hye-Suk auf mich, während ich dort hin rannte, um die Sache zu klären. Der dicke Chef war aber dummerweise nicht anwesend, und die anderen beiden Angestellten sprachen kaum Englisch. Dennoch konnte ich sie dazu bringen, den Boss anzurufen. Ich sprach mit ihm, erzählte ihm die Lage, und wenig später drückte mir der junge Mann zwölf Euro aus seiner privaten Brieftasche in die Hand. Ich rannte zurück, gab dem Franzosen das zerdrückte Geld, tat nochmal (halbwegs höflich) meinen Unmut kund, und verschwand dann mit Hye-Suk, die zwischenzeitlich schon mit dem Gedanken gespielt hatte, die Botschaft anzurufen. Argh!

Noch außer Atem (der Abstand zwischen den Hotels war immerhin zehn Gehminuten) setzten wir uns auf eine Bank, diskutierten ein wenig (auch darüber, dass eine Botschaft nicht für solche Lappalien zuständig war), und beschlossen dann, als Abschluss unseres Paris-Trips noch etwas modernes zu sehen.

Wir nahmen die Metro zum Grande Arche de la Defense.

Dieses riesige Gebäude, quasi als modernes Gegenstück zum historischen Triumpfbogen auf derselben Achse errichtet, war wirklich atemberaubend. Nicht nur wegen seiner Größe, sondern auch wegen seiner Position inmitten spiegelnder Hochhausfassaden.

Den großen Daumen fand ich interessant:

Wir saßen eine Weile auf der Treppe, unterhielten uns, aßen etwas, waren leicht melancholisch, weil sie übermorgen schon zurückfliegen musste... und rappelten uns auf für das letzte Foto unserer gemeinsamen Reise:

Dann fuhren wir mit der Metro zurück in die Stadt und nahmen dort den Zug zum Flughafen. Darin beobachtete ich glücklicherweise die Haltestellen, an denen wir vorbei kamen, und verglich sie mit den Haltestellen auf dem Plan. Denn die Strecke dieses Flughafenzuges teilte sich etwa drei oder vier Stationen vorher auf. Und wir saßen dummerweise in dem Zug, der nicht zum Flughafen fuhr.

Glücklicherweise fuhren die Züge alle 15-20 Minuten, außerdem waren wir noch früh genug dran, sodass wir bald wohlbehalten am neuen Terminal 3 ankamen, das wie bei unserer Ankunft extrem unbelebt wirkte.

Dies war der Tag, an dem meine Aufzeichnungen endeten. Wir kamen problemlos zu Hause an. Meine Mutter holte uns vom Flughafen ab, machte uns zu Hause noch etwas zu essen, und dann trennten wir uns. Hye-Suk schlief, wo sie in den ersten Tagen geschlafen hatte. Und ich schlief in meinem Bett. Ich fühlte mich gar etwas allein. Seltsame Welt...


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