20 Tage, 05.-24.10.2006
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Mittwoch, 18. Oktober

Um ca. 10:30 Uhr gingen wir für läppische 6 Pfund pro Person frühstücken, und dann in die Stadt Richtung Tower. Ich war ja schon einmal in London, allerdings mit 13 oder 14 Jahren, sodass ich mich nur noch an diverse Dinge erinnern konnte. An Madame Tussauds, an die Kronjuwelen, die Tower Bridge, den Frühstücksraum im Hotel, mein Buchkauf des "Star Trek: The Next Generation - Compendium" und an die Doppeldeckerbusse.

Damals sah ich die Stadt natürlich mit anderen Augen. Doch die Tower Bridge hatte mich auch dort schon fasziniert, und dies tat sie erneut, als wir vor ihr standen und unsere Fotos machten.

Und das hier, nicht weil es ein gutes Bild wäre, sondern, weil ich hier so übel dramatisch aussehe:

Hye-Suk sieht auf den Bildern nicht sonderlich begeistert drein. Was daran lag, dass sie nicht sonderlich begeistert war. "Hm, it's a bridge", meinte sie. "But it's the Tower Bridge!" sagte ich. Ja schon, meinte sie, aber eigentlich hätte sie gedacht, sie sei viel größer... Ts!

Der Tower wiederum gefiel ihr besser:

Zwar hatten wir bei unserer ersten Passage des Ticket Shops und einem Seitenblick auf die Preistafel davon abgesehen, eine Karte zu kaufen, entschieden uns hinterher aber dennoch dafür, denn wir wollten ja irgendwas sehen. Der Eintritt kostete mit 15 Pfund auch nicht mehr als ein Essen, und vom Innenleben des Towers konnte ich mich nur noch an eine lange Menschenschlange bei den Kronjuwelen erinnern.

Die kleinen Türme und Räume des Gebäudes fanden wir dann auch tatsächlich ganz interessant.

Und ich fand den Kontrast witzig von den alten Mauern zu diesem dildoartigen extrem modernen Glasgebäude im Hintergrund:

Die Tower-Bediensteten langweilten sich...

...und wir besuchten zunächst die Kronjuwelen, die aber recht langweilig waren (deshalb konnte ich mich auch nur noch an viele Menschen und nicht an Juwelen erinnern). Hye-Suk fand sie zwar ganz schön, aber dachte gleich daran, mit wie viel Blutvergießen und Ausbeutung ärmerer Länder diese Schätze damals finanziert wurden. Da musste ich ihr zustimmen.

Im White Tower schließlich...

...dem ältesten Gebäude des Tower-Komplexes, um das herum im Laufe der Zeit stetig erweitert wurde, gab es eine große Ausstellung über mittelalterliche Waffen und Kriege. Ganz besonders lustig war die Rüstung von King Henry VIII, die vor allem durch ein extrem dickes und sicherlich zehn Zentimeter hervor ragendes Rüstungsteil für Henrys bestes Stück bestach. Ob der wohl schon Viagra hatte?

Wir gingen so herum, pausierten aber immer wieder, da vor allem Hye-Suk recht schnell müde wurde. Die Ausstellung jedoch fanden wir interessant, und ich hatte zuvor nicht gedacht, dass es in diesem Tower doch so viel zu sehen gab.

Draußen beim Hinrichtungsplatz hatten wir Gelegenheit für ein paar Fotos:

Nach einer kurzen U-Bahn-Fahrt spazierten wir etwas an der Themse entlang, und besuchten zunächst die andere Seite.

Beim Millenium-Dingsbums-Riesenrad...

...waren Straßenkünstler zu gange (und ich fragte mich mal wieder, was Menschen dazu bewog, sich goldfarben anzumalen und sich reglos auf die Straße zu stellen)...

...und dann sahen wir auch endlich das Parlament mitsamt Big Ben. Den hatte ich zuletzt im Kino gesehen, als er in "V for Vendetta" in die Luft gejagt wurde.

Da es mittlerweile Abend war und wir Hunger hatten, versuchten wir gar nicht erst, ein günstiges Restaurant zu finden (von der schieren Möglichkeit ganz abgesehen) und beschlossen, bei McDonald's einzukehren, der gerade dort war, wo wir auch waren, und bei dem wir für 4 Pfund essen konnten. Schmeckte zwar mal wieder fast so gut wie befeuchtetetes Altpapier, aber die Pommes waren fein, und satt machte es auch.

Als es dunkel wurde, schlenderten wir zum großen Ben...

...den Hye-Suk wirklich mochte, und der ihr weder zu klein noch zu groß war. Und vor allem mit seiner Beleuchtung machte er halt schon einiges her.

Und ich hatte mal wieder nichts besseres zu tun, als mit Nachtaufnahmen herum zu experimentieren.

So gingen wir am Big Ben vorbei...

...und an der berühmten St. Paul's Cathedral...

...schlenderten an der Themse entlang und fanden schließlich wieder eine Brücke zur anderen Seite:

Vom anderen Themseufer sah das beleuchtete Parlament dann auch wahrhaft majestätisch aus. Da Hye-Suk kaum sprach (ich wars ja mittlerweile gewöhnt), und sich höchstens über die vielen Jogger wunderte, die uns entgegen kamen, beschränkte ich mich aufs Fotografieren.

Obwohl es dann erst 19 Uhr oder so war, beschlossen wir, wieder zurück ins Hotel zu fahren. Übelst lange kam es mir dann auch vor, vor allem, weil wir von Paddington Station zunächst nach links statt nach rechts gegangen waren, und ich war umso glücklicher, als wir zurück in unserem Zimmer waren. Seltsam, wie erschöpft ich werden konnte in einer großen Stadt...

Hye-Suk hatte sich in einem Inder-Shop, für mich ganz überraschend, Fruchtsaft gekauft. Nun öffnete sie voller Energie die Tüte und schüttete den "Tropic Juice" in sich hinein. Ich war baff. Ehrlich. Zwei Wochen lang hatte die Frau nur schlückchenweise Tee und stilles Wasser getrunken, immer hatte sie Orangensaft oder sonstige Säfte abgelehnt, und nun saß sie da, sagte lechzend "I want Tropic Juice!", und hatte danach so ein zufriedenes Gesicht, dass ich mich wirklich fragte, was da mit ihr vorging. Schrie ihr Körper etwa nach Energie?

Wir redeten noch eine Weile, vielleicht eine Stunde, und schliefen dann ein. Es gab ja noch eine Menge zu sehen in den nächsten Tagen.


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