20 Tage, 05.-24.10.2006
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Sonntag, 15. Oktober

Dieser Tag begann nicht wie jeder andere. Nach dem Aufwachen und anfänglichem Strecken diverser Gliedmaßen kam Hye-Suk mit ihren Kissen auf mich zugerannt und warf sich auf mich. Wir scherzten herum und lachten. Es war einfach sehr lustig. Und absolut das Gegenteil des vergangenen Abends.

Dennoch hatte ich extrem schlecht geschlafen. Zudem machten mir Kopfschmerzen zu schaffen, sodass ich mir erst einmal ein Aspirin einwarf. Dann duschten wir, und machten uns fertig für den heutigen Tag. In die Pinakothek der Moderne sollte es gehen, weil Hye-Suk ein Semester lang auch moderne Kunst studiert hatte, und in diesem Museum viele berühmte Exponate ausgestellt waren.

Da wir spät aufgestanden waren, war es bereits nach 10 Uhr. Im Hostel angekommen gab es schließlich auch kein Frühstück mehr, sodass wir dies im Bahnhof kaufen mussten. Doch war dies nicht schlimm, der Schlaf war es auch wert gewesen.

Die rund 20 Stunden im Parkhaus hatten 26 Euro gekostet. Dann ließ ich mich vom Navi zur Pinakothek leiten, in dessen Straße ich Sonntags auch kostenfrei parken konnte.

Als wir zum Museum gingen, bemerkte ich etwas, was mir den Tag nicht leichter machen würde: Ich hatte recht starke Unterleibsschmerzen. So, als hätte mir jemand in die Weichteile getreten. Wenn ich saß oder lag, bemerkte ich diese nicht oder nur kaum, doch wurden sie beim Gehen nicht besser. Ich machte mir Sorgen, dass dies etwas schlimmeres sein konnte, beschloss aber, stark zu sein und zu versuchen, den Tag dennoch zu genießen. Wahrscheinlich hatte ich mir beim Autofahren oder beim Liegen in diesem unbequemen Bett etwas eingeklemmt, was nun die Schmerzen verursachte. Das würde sich sicher von selbst lösen. Zumindest hoffte ich das.

In der Pinakothek, einem sehr modernen Gebäude, kostete der Eintritt am Sonntag nur einen Euro, statt wie üblich 8. Wir begannen unseren Rundgang bei älteren Designstudien von Fahrzeugmodellen, wunderten uns über diverse Möbelkreationen, und betrachteten schließlich noch einen Haufen Gemälde. Oft war ich verblüfft, was so alles als moderne Kunst angesehen wurde, aber in vielen Fällen gab es doch sehr ausgefallene Kreationen zu bestaunen, bei denen sich die Künstler auch sichtbar Mühe gegeben hatten.

Dennoch war es schwierig für mich, aufgrund meiner Schmerzen all das zu genießen. Immer wieder setzte ich mich hin, weil es beim Sitzen besser war. Und gegen 14 Uhr frage ich Hye-Suk, ob wir nicht fahren wollten. Immerhin hatten wir mittlerweile genug Gemälde gesehen, darunter auch Werke berühmter Künstler wie Picasso oder Van Gogh - zudem hatte Hye-Suk die Angewohnheit, sich jedes Bild in einem Raum anzusehen, wogegen ich mich meist auf das einschoss, was mir am ehesten auffiel, und das ich dann genauer betrachtete.

Ich hatte vor, auf unserer Fahrt Richtung Heimat einen Abstecher nach Neuschwanstein zu machen, weil ich dachte, dass dies sicherlich ein schöner Abschluss unserer kleinen Tour sein könnte. Zwar kitschig, doch egal, ich war auch noch nie da gewesen. Zudem fuhren wir, nachdem wir die Autobahn verlassen hatten, sehr lange durch Oberbayern, und kehrten in einem Dorf in ein Wirtshaus ein, dessen Besitzer Kroate war und bayerisch sprach. Wir waren die einzigen Gäste.

Wie unschwer zu erkennen, aßen wir nur eine Brotzeit mit Wienerle und Leberkäse. Die Preise waren deftig genug. "Un die Wienerle für des nette Madel", begann er seine Kurzkonversation, die beendet war, nachdem wir ihm seine "Wo kummats her?"-Frage beantwortet hatten.

Unsere Fahrt ging weiter Richtung Füssen/Schongau. Und endlich, gegen 16:30 Uhr, waren wir da. Das Schloss erschien am Horizont vor einer in Wolken hängenden Hügelkette.

Und das zugehörige Panorama:

Schönere Fotos gelangen mir von einem näheren Punkt aus:

In dem Dörfchen unter den Königsschlössern suchten wir nach einem Weg hoch zum Schloss.

Nicht zu diesem hier, das aber vielleicht auch ganz nett gewesen wäre:

Sondern dort hinauf:

Doch leider mussten wir feststellen, dass man Neuschwanstein nur mit einer Tour besichtigen konnte, und in der Wintersaison startete die letzte schon um 16 oder 17 Uhr. Wir mussten uns also wohl eine Bleibe für die Nacht suchen. Der Touristeninformant meinte, wir könnten zur Zeit "aus dem Vollen schöpfen", aber er empfahl uns einen Bauernhof im nahegelegenen Dörfchen Schongau, wo wir sehr günstige Zimmer finden würden.

Dort angekommen, es waren nur fünf Minuten Fahrt, hatte dieser Bauernhof tatsächlich noch ein Zimmer für uns frei. Und es sollte gerade mal 16 Euro pro Person kosten, einschließlich Frühstück! Das Zimmer war sehr groß, und das Bett ebenfalls. Es war ein Doppelbett, aber kein französisches. Dennoch sah ich in Hye-Suks Augen ein paar Bedenken aufkeimen. Ich nahm das Zimmer trotzdem - etwas günstigeres und besseres würden wir nicht mehr finden.

Nachdem wir ein wenig auf dem Balkon gesessen waren und ich meine Mutter informiert hatte, dass wir noch eine Nacht länger weg bleiben würden, gingen wir noch was essen und legten uns dann erschöpft ins Bett.


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